Die ultimativen Reifen-Infos von Autodata

09 / 08 / 2021

Marketing

Wenn es um routinemäßige Wartung geht, sind Reifen die Fahrzeugkomponente, um die sich Kunden ihrer Meinung nach am ehesten selbst kümmern können. Allerdings ist der Reifenzustand auch ein wichtiger und oftmals unterschätzter Teil des Kundendienstes.

Die Warnsignale alternder oder beschädigter Reifen zu erkennen, kann sich sowohl für den Kunden als auch für die Werkstatt als wertvoll erweisen. In diesem Artikel schlüsselt das Autodata-Team die Faktoren auf, die zu Reifenschäden und Verschlechterungen führen, und erläutert, wann ein Austausch empfohlen werden sollte.

Risse
Risse im Reifen können verschiedene Ursachen haben. Ultraviolette (UV) Strahlung oder extreme Wärme führen zur Expansion der Polymere im Gummi. Wenn die Polymere dann wieder abkühlen, ziehen sie sich zusammen, wodurch sie im Laufe der Zeit schwächer werden. In kälteren Klimazonen können Kälteeinbrüche dieselben Auswirkungen haben.

Nässe kann Reifen ebenfalls beschädigen: Wenn Wasser ins Innere des Reifens gelangt, wird der Gummi von innen heraus verschlissen. So verschlechtert sich der Kontakt mit der Straße und es kann eher zu Reibungsschäden und somit zu kleinen Rissen kommen.

Nicht vollständig aufgepumpte Reifen führen zu mehr Straßenkontakt und folglich größerem Verschleiß, wohingegen zu stark aufgepumpte Reifen die Reifenwand stärker belasten – das bedeutet, dass Schlaglöcher und unebene Oberflächen wahrscheinlicher zu Rissen führen.

Kleine Risse im Profil sind normalerweise kein Problem bei der Jahresinspektion. Allerdings kann sich die Lauffläche bei tieferen Rissen ablösen, und das kann sehr gefährlich werden. Risse in der Seitenwand deuten auf alternde Reifen hin: Der Gummi wird härter und kann Stößen nicht mehr richtig standhalten. So kann der Reifen möglicherweise platzen.

Abplattung
Eine geringe Nutzung kann zu Schäden an den Reifen führen. Wenn ein Auto lange steht und sich die Reifen somit nicht drehen,führt der fortwährende Druck auf die Stelle mit Bodenkontakt zu einer Abplattung des Reifens.

Eine vorübergehende Abplattung ist nach 10 bis 15 Minuten Fahrt mit dem Fahrzeug normalerweise behoben. Wenn das Fahrzeug jedoch längere Zeit nicht benutzt wird, kann die Abplattung des Reifens teilweise permanent werden – insbesondere dann, wenn das Fahrzeug einen Monat oder länger steht.

Ein Abplattung kann Vibrationen verursachen, das Fahrzeug schwer kontrollierbar machen und gar zu einer Reifenpanne führen.
Anhebepunkte

Die meisten Fahrzeuge haben vier Anhebepunkte. Diese befinden sich an verstärkten Metallstreben entlang beider Seiten des Autos. Einige davon haben mehrere Kerben und Aussparungen. Nicht alle Aussparungen eignen sich für alle Arten von Wagenhebern. Das falsche Anheben eines Fahrzeugs kann Schäden verursachen.

So sollten zum Anheben entweder die dafür vorgesehenen Punkte am Chassis verwendet oder der Wagenheber unter den Schwellern platziert werden. Das Reifenmodul von Autodata umfasst ein Diagramm mit den Anhebepunkten sowie Informationen dazu, welche Wagenheber an welchen Punkten empfohlen werden.

Punkte für Stempelheber, fahrbare Wagenheber und Hebebühnen beim Jaguar-F-Type Coupe 2014.

Code des Herstellungsdatums
Oft sind Reifen lange Zeit im Lager, bevor sie verkauft werden. Wegen der Zersetzung des Gummis empfehlen Industrieverbände der Reifenbranche, Reifen nach 7–10 Jahren zu ersetzen – selbst bei geringem Verschleiß.

Für Anhänger und Wohnwagen liegt diese Empfehlung bei sechs Jahren. Ersatz- und Reservereifen erreichen das Ende ihrer Lebensdauer möglicherweise sogar früher, weil die dem Reifengummi zum Zweck der Elastizität zugesetzten Öle nur bei Nutzung freigesetzt werden.

Daher ist der Code mit dem Herstellungsdatum auf der Seitenwand des Reifens besonders wichtig. Nach dem Jahr 2000 hergestellte Reifen weisen ein vierstelliges Format auf – WWJJ (Woche-Jahr).

So würde beispielsweise 0412 bedeuten, dass der Reifen in der vierten Woche des Jahres 2012 (also im Januar) hergestellt wurde, und er seine Lebensdauer damit überschritten hat.

Drehmoment
Zu festes Anziehen der Radmuttern/-bolzen kann ebenso gefährlich sein, wie diese nicht fest genug anzuziehen. Ein zu großes Drehmoment kann das Gewinde beschädigen oder sogar zum Brechen des Bolzens führen. Außerdem kann zu festes Anziehen ein Ruckeln der Bremsen verursachen und diese sogar verwerfen – was wiederum zu einer stärkeren Beanspruchung der Reifen führt.

Eine vierjährige Studie der kanadischen Tire Dealer Association ergab, dass 85 % der Reifenablösungen durch ein Versagen der Befestigungselemente verursacht wurden. Das heißt, dass die Radmuttern oder -bolzen sich am häufigsten lösten, wenn sie zu wenig angezogen waren.

Zu geringes Anziehen kann die Folge der Verwendung eines Schlagschraubers zum Festziehen der Befestigungselemente sein. Daher empfehlen Industrieverbände zum Anziehen von Radmuttern/-bolzen die Verwendung eines kalibrierten Drehmomentschlüssels.

Autodatas Reifenmodul umfasst Drehmomente sowohl für Radmuttern/-bolzen sowie ggf. den Bolzen des TPMS-Sensors des Reifendruck-Kontrollsystems.

Reifendruck-Kontrollsystem (TPMS – Tyre Pressure Monitoring System)
Das TPMS wurde in der EU 2014 für Neufahrzeuge verpflichtend und ist nun in den meisten Fahrzeugen zu finden, die in Werkstätten gebracht werden. In GB bedeutet ein fehlerhaftes TPMS beispielsweise, dass nach dem 1. Januar 2012 angemeldete Fahrzeuge automatisch durch den TÜV fallen.

In den Werkstätten sind typischerweise zwei Arten von TPMS zu finden:

  • Ein direktes TPMS empfängt Funksignale von den Sensoren in jedem Rad. Die nicht auswechselbare Batterie befindet sich im Radsensor und hat eine Lebensdauer von weniger als 10 Jahren. Wenn der Luftdruck um 25 % oder mehr unter den empfohlenen abfällt, sendet der Sensor ein Signal an das TPMS.
  • Ein indirektes TPMS empfängt Daten vom Antiblockiersystem (ABS). Ein Reifen mit zu geringem Druck rollt mit einer anderen Geschwindigkeit als die anderen Reifen. Wenn das ABS dies feststellt, übermittelt es diese Information an das TPMS und bringt die Warnanzeige zum Leuchten.

Auch Ersatzreifen verfügen immer häufiger über einen Sensor zum Auslösen des TPMS. Achten Sie bei der Diagnose einer beständig leuchtenden Warnlampe auch darauf, dass der Ersatzreifen im Kofferraum ebenfalls aufgepumpt wurde.

Auch das Fahren über Schlaglöcher, Temposchwellen oder andere Verkehrsberuhigungsmittel kann das TPMS auslösen: Die plötzliche Veränderung des Reifenluftdrucks beim Überfahren eines solchen Hindernisses kann dem Sensor als Fehlermeldung einen Platten vortäuschen.

Autodata umfasst fahrzeugspezifische Anweisungen, u.a. Diagramme für die Handhabung und Rückstellung des TPMS, sowie für das Entfernen und Wiederanbringen von Ventilen während des Reifenwechsels.

Sommer-/Winterreifen
Sommer- und Winterreifen bestehen aus unterschiedlichen Verbindungen und haben stark unterschiedliche Profile. Sommerreifen haben weniger, dafür aber breitere Rillen, sind weniger nachgiebig und das Profil weist einen hohen Aquaplaningwiderstand auf.

Winterreifen haben mehr Rillen, die winklig angeordnet sind, um bei Schnee und Eis gut zu haften. Sie werden aus einer Verbindung hergestellt, die auch bei niedrigen Temperaturen elastisch bleibt.

Bei Allwetterreifen wird im Allgemeinen ein Kompromiss zwischen den beiden Modellen angestrebt. Sie zeichnen sich durch ein Profil mit niedrigerem Rollwiderstand und besserem energetischen Wirkungsgrad als Winterreifen aus, aber auch durch eine bessere Leistungsfähigkeit bei Regen und Schnee als ein Sommerprofil.

Winterreifen sind in Ländern wie Schweden, Norwegen, Finnland und im Baltikum während der Wintermonate Pflicht. In Deutschland ist die Verwendung von „Reifen mit Wintereigenschaften“ bei winterlichen Bedingungen wie Schnee oder rutschigen oder eisigen Straßen gesetzlich vorgeschrieben. In Norwegen, Österreich, Serbien und anderen Ländern ist das Mitführen von Schneeketten im Fahrzeug verpflichtend.

Autodata verzeichnet im Spätherbst und Frühwinter die häufigste Nutzung des Reifenmoduls. Ein zweiter Höhepunkt ist im Frühjahr zu verzeichnen. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Reifendaten weiterhin von saisonalen Anforderungen bestimmt wird.

Im Oktober 2020 verzeichnete die Autodata-Werkstattanwendungen pro Woche über 25.000 Anfragen zu Reifendaten. Außerdem empfiehlt Autodata beim Wechsel von Sommer- zu Winterreifen oder umgekehrt eine TPMS-Rückstellung.

Jamie Willis, Technical Support Supervisor von Autodata, sagte dazu: „Durch die zahlreichen Lockdowns und die verringerte Nutzung der Fahrzeuge sind sich die Kunden vielleicht nicht bewusst, dass ihre Reifen ausgewechselt werden müssen, da sie noch einen guten Eindruck machen. Techniker können einen Austausch empfehlen, um Problemen vorzubeugen, die abgenutzte Reifen mit sich bringen können.“

Autodata umfasst ausführliche Reifendaten, u.a Reifendruck, Anhebepunkte, Drehmomente und TPMS-Richtlinien. Willis weiter: „In den letzten 12 Monaten haben wir 2.480 Punkte bezüglich Reifendaten hinzugefügt, zusätzlich zu den regelmäßig aktualisierten Modulen zu Serviceintervallen, Radeinstellungen, Bremsen, Motormanagement, bekannten Fehlern und Reparaturen usw.“

Autodata ist eine online verfügbare technische Lösung für Werkstätten, die 34.000 Modelle von 142 Herstellern abdeckt. Besuchen Sie für weitere Informationen, oder um Autodata zu testen www.autodata-group.com.