Die Auswirkungen von COVID-19 auf den Automotive-Aftermarket

17 / 08 / 2020

Marketing

Die fortwährenden Auswirkungen von COVID-19 auf die Automobilbranche sind weltweit ein allumfassendes Problem. Um die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitern weiterhin zu bewahren, haben viele Unternehmen wo immer möglich auf Homeoffice umgestellt. Von denen, die jetzt ins Büro zurückkehren, entscheiden sich beim Weg zur Arbeit viele für die Nutzung ihres eigenen Fahrzeugs – und nicht für öffentliche Verkehrsmittel.

Für den Automotive-Aftermarket ist dies ein positives Signal, nachdem sich das Auftragsvolumen von Reparatur- und Karosseriewerkstätten aufgrund der geringeren Anzahl an Pendlern und stornierter Familienurlaube zunächst verringert hatte. Menschen ändern weiterhin ihre Fahrt- und Lebensgewohnheiten, weshalb Autowerkstätten, die ihr Geschäftsmodell bislang noch nicht angepasst haben, bereits erheblich ins Hintertreffen geraten sein könnten.

Im Rahmen des Solera-Webinars „COVID-19: What’s Now and What’s Next“ erklärte David Shepherd, Solera International Head of Business, dass die Branche mit unvorhergesehenen Herausforderungen konfrontiert ist, auf die nur wenige Unternehmen vorbereitet waren: „Innerhalb des Vereinigten Königreichs haben sich die Aufträge um 70 Prozent reduziert. In anderen Teilen Europas sogar um 80 oder 90 Prozent.“

Da das Verkehrsministerium im Vereinigten Königreich die TÜV-Fristen für Fahrzeuge, die am oder nach dem 30. März 2020 ablaufen, um sechs Monate verlängert hat, gibt es für Fahrer weniger Gründe für eine Werkstattinspektion. Einige Werkstätten und Flottenmanagementunternehmen haben jedoch einen Aufwärtstrend bei der Vor-Ort-Durchführung dieser Dienstleistungen festgestellt.

Solera Autodata verfolgt die internationalen COVID-19-Statistiken im Automobilbereich über Autodata, seine Onlinelösung für technische Daten, die von mehr als 85 000 Werkstätten in 132 Ländern genutzt wird.
In der zweiten Februarwoche setzte international ein Rückgang des Auftragsvolumens von Werkstätten ein. Die weltweit am wenigsten aktive Woche für Werkstätten war die Woche ab dem 6. April, in welcher die Zahl der aktiven Nutzer, die Technische Daten in Anspruch nahmen, gegenüber der ersten Februarwoche um 44 Prozent zurückging. Im selben Zeitraum sank die Gesamtnutzung des Kontos um 38 Prozent – was darauf hindeutet, dass einige größere Werkstätten Mitarbeiter nach Hause geschickt oder die Arbeitszeiten gestaffelt haben.

Zu den am stärksten betroffenen Ländern gehören Neuseeland, Südafrika, Spanien und Frankreich, die allesamt einen Rückgang der Werkstattaktivität um mehr als 50 Prozent verzeichneten.

Land Rückgang zwischen 3. Februar und 6. April
Neuseeland 80 %
Südafrika 68 %
Spanien 52 %
Frankreich* 44 %
Irland 44 %
Norwegen 43 %
Belgien 42 %
Vereinigtes Königreich* 33 %
Griechenland 33 %

*Überseegebiete und Gebietskörperschaften ausgenommen

Auch die Gesamtzeit, in der Werkstätten online auf Daten zugreifen, hat sich seit Beginn der Krise dramatisch verringert. Die Woche ab dem 3. Februar stellte einen Höhepunkt in Bezug auf die Zeit dar, die für die Recherche technischer Reparaturdaten aufgewendet wurde. In der Woche ab dem 6. April hatte sich diese um 61 Prozent reduziert. Seither ist dieser Branchenwert jedoch fast wieder auf das vor COVID gemessene Niveau gestiegen, wobei die Woche ab dem 8. Juni hinsichtlich der Zeit, die die Kfz-Werkstätten mit dem Zugriff auf Schaltpläne, Wartungspläne und andere Autodata-Onlineinformationen verbrachten, mit Anfang Februar vergleichbar ist.

Michael Landless, Autodata Head of Product, ist aufgrund des Aufwärtstrends zwar optimistisch, warnt aber davor, diese Daten als eine vollständige Erholung der Werkstätten zu deuten:
„Dies könnte auf komplexere technische Probleme zurückzuführen sein, die in den Werkstätten aufgrund von Fahrzeugen, die während des Lockdowns inaktiv oder nicht ausgelastet waren, zum Vorschein kommen.“

Insgesamt liegt die Anzahl der aktiven Autodata-Nutzer bei fast 98 Prozent des Wertes von vor der Krise, wobei die Anzahl der Seitenaufrufe derzeit bei 94 Prozent liegt. Zum Teil spiegelt dies eine neue verstärkte Inanspruchnahme des Autodata-Produkts wider, da Werkstätten Onlinetools entdecken, die ihnen dabei helfen, sich an die „neue Normalität“ anzupassen.

„Ich bin schon lange in dieser Branche tätig und war immer stolz, ein Teil davon zu sein – in diesem Augenblick bin ich auf die Branche sogar noch stolzer als je zuvor“, so Shepherd. „Tagtäglich erleben wir Beispiele dafür, wie Kollegen aus der gesamten Branche zusammenkommen – Versicherer, die eng mit Werkstätten zusammenarbeiten, Werkstätten, die mit Teileherstellern kooperieren. Eine offene, kontakt- und berührungslose digitale Kommunikation ist dabei der zentrale Aspekt. Ich glaube, dass es eine digitale Beschleunigung geben wird – und mit dem Aftermarket muss sie beginnen.“

Autodata hat sein Onlineangebot weiter verbessert: Seit dem Beginn des Lockdowns sind 427 neue Fahrzeugvarianten hinzugefügt und 10 245 Technische Informationen aktualisiert worden; dies umfasst Autos, leichte Nutzfahrzeuge und Motorräder.

Während sich der Markt weiterhin der neuen Normalität anpasst, können Sie sich darauf verlassen, dass Autodata die maßgeblichen Informationen liefert und den Bedürfnissen Ihrer Werkstatt entgegenkommt.